"Hamburg ist immer noch etwas Besonderes"

  1. Nina ist eine von sieben deutschen Athletinnen, die am Samstag (13.30 Uhr live in der ARD) beim WTCS-Rennen der Frauen in Hamburg am Start sind. Die DTU hat mit der 23-Jährigen über eine Wohlfühl-Atmosphäre, beste Trainingsbedingungen und ihre Ziele für den Wettkampf gesprochen.


Nina, Hamburg ist dein Heimrennen.

Es ist immer noch etwas Besonderes. Ich habe die Rennen in Hamburg schon als Kind angeschaut und die Profis bewundert. Es ist natürlich cool, mittlerweile selbst zu starten (Nina war 2019 und 2021 in Hamburg am Start, Anm. d. Red.). Die Atmosphäre ist besonders, es sind immer sehr viele Leute da, die ich kenne. Freunde, Familie und Bekannte zu sehen, ist echt cool.

Bleibt eigentlich Zeit, Familie und Bekannte zu treffen?

Nach dem Rennen ist zum Glück immer Zeit dafür. Ich fahre auch immer nach dem Hamburg-Wochenende nach Hause nach Itzehoe und verbringe ein paar Tage mit meiner Familie.

Empfindest du es als Motivation oder als Druck, wenn so viele Menschen wegen dir das Rennen anschauen?

Ich spüre deswegen keinen Druck. Ich freue mich, dass die Leute extra kommen, um mich zu sehen und mich anzufeuern. Meine Eltern haben mir generell nie wegen des Sports Druck gemacht. Sie freuen sich, mich zu sehen, unabhängig davon, welche Platzierung ich erreiche.

Sie sind also sehr stolz auf deine sportliche Entwicklung?

Ich denke schon.

Wie sehr haben sie dich gefördert?

Ich bin ihnen sehr dankbar. Sie haben mir nie irgendwelchen Druck gemacht, waren aber – wie auch meine Großeltern – immer für mich da, haben mich ins Training und zu Wettkämpfen gefahren. Wenn ich mal keine Lust aufs Training hatte, dann hat niemand gesagt: Nina, du gehst jetzt. So haben vor allem mein Ehrgeiz und meine Motivation dafür gesorgt, dass ich trainiert habe und besser geworden bin.

Was hat es dir bedeutet, dass sie immer dabei waren?

Es hat mich sehr gefreut. Es war generell sehr toll beim SC Itzehoe. Wir hatten viel Spaß in der Gruppe, es war ein gutes Nachwuchstraining, ohne dass die Leistung zu sehr im Vordergrund stand. Eigentlich genau so, wie man es sich im Nachwuchsalter wünscht.

In den Jahren vor deinen eigenen Starts in Hamburg warst du oftmals als Zuschauerin vor Ort. Auch mal mit deinen Eltern?

Ich wollte als Kind das Rennen unbedingt mal live vor Ort sehen. So sind meine Eltern mit mir hingefahren. Es ist ja nicht weit von Itzehoe. Später war ich dann oft mit Freundinnen und Freunden dort.

Nun warst du zweimal als Athletin dabei, im Vorjahr hast du als 16. dein bisher bestes Hamburg-Resultat erzielt. Ist für 2022 das Ziel, ein bisschen besser abzuschließen?

Das wäre cool. Generell muss ich aber sagen, dass es im Vorfeld schwer zu sagen ist, mit welcher Platzierung ich zufrieden bin. Wenn ich aus einer schlechten Situation noch das Beste mache, bin ich sicherlich nicht mit der Platzierung zufrieden, aber glücklich über das, was ich noch rausgeholt habe. Daher gehe ich ohne konkrete Platzierungsvorgabe ins Rennen.

Aber beim Heimrennen irgendwann mal eine Top-Ten-Platzierung zu erreichen, wäre doch super.

Das wäre schon, ja.

Im Mai bist du Europameisterin geworden. Wie klingt das eigentlich, Nina Eim, die Europameisterin?

Es klingt immer noch gut. Vor Ort habe ich noch gar nicht wahrgenommen, was ich erreicht habe. Der Titel war auf jeden Fall ein super Einstieg in die Saison.